Gestalttherapie

Warum Gestalttherapie?

Was macht die Gestalttherapie eigentlich so spannend und wirksam zugleich? Das liegt v.a. an zwei Aspekten:

  1. Zum einen spielt der Kontakt – also alles, was sich zwischen Therapeut und Klient abspielt, eine wichtige Rolle.
  2. Zum anderen beziehen wir uns immer wieder auf das, was hier und jetzt – also in diesem gegenwärtigen Moment – geschieht.

Während unseres Gesprächs stelle ich Ihnen (und mir selbst) immer wieder Fragen wie:

  • Wie fühlt sich der Kontakt zwischen uns gerade an?
  • Was empfinden Sie, während wir über Ihr Thema sprechen?
  • Welche Gefühle und Gedanken tauchen auf?
  • Wie ist die Atmosphäre zwischen uns?


Worum geht es in der Gestalttherapie?

So kann eine intensive persönliche und vertrauensvolle Atmosphäre entstehen, in der wir uns angeregt über Fragen austauschen, die Sie beschäftigen, wie z.B.:

  • Womit sind Sie unzufrieden in Ihrem Leben?
  • Was sind für Sie die konkreten Punkte, an denen es hakt?
  • Wie genau stehen Sie sich dabei selbst im Wege?
  • Wie fühlt sich das für Sie an?
  • Wie möchten Sie sich gerne fühlen?
  • Was möchten Sie konkret verändern?


Was ist das Besondere der Gestalttherapie?

Als Gestalttherapeut bin ich mit meiner Aufmerksamkeit nicht nur bei dem, WAS sie mir erzählen, sondern auch bei dem, WIE sie es mir erzählen. Ich achte also während unseres Gesprächs auf Ihre nonverbalen Signale, Ihre Körpersprache, Ihren Tonfall und Ihre Mimik.

Denn mit der Art, WIE Sie etwas sagen, geben Sie dem, WAS sie sagen, eine bestimmte Bedeutung. Ich teile Ihnen im Laufe unseres Gesprächs immer wieder mit, WIE ich Sie erlebe und was das in mir auslöst. Auf diese Weise intensiviert sich unser Kontakt und wir kommen zum Wesentlichen.


Eine annehmende und würdigende Haltung

Das, was hier und jetzt während unserer Begegnung geschieht – in Ihnen, in mir und zwischen uns – gilt es wahrzunehmen, mit einer annehmenden und wohlwollenden Haltung. Denn alles, was Sie von sich zeigen und mitteilen, verdient Würdigung. Ich unterstütze Sie dabei, eine freundliche Haltung sich selbst gegenüber einzunehmen.

Auf diese Weise können Sie sich selbst immer besser kennen lernen und gewinnen immer mehr Klarheit über die Fragen und Schwierigkeiten,  die Sie umtreiben.


Experimentieren und Erleben in der Gestalttherapie

Als Gestalttherapeut biete ich Ihnen immer wieder an, zu experimentieren: Mit alten und neuen Verhaltensweisen, mit inneren Dialogen oder auch mit Musikinstrumenten oder mit Ihrer Stimme. In kleinen Rollenspielen oder Improvisationen können Sie interessantes über sich entdecken. So können manchmal überraschend neue Aspekte in den Vordergrund treten neue Perspektiven entstehen.


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Wenn Sie noch mehr über Gestalttherapie wissen möchten, lesen Sie bitte hier weiter:


Was ist Gestalttherapie?

Vielleicht haben Sie sich schon einmal gefragt, was Gestalttherapie eigentlich ist. Sie wurde nach dem zweiten Weltkrieg von dem Berliner Psychiater und Psychotherapeuten Fritz Perls und seiner Frau Lore in Zusammenarbeit mit Paul Goodman entwickelt und ist eine Form von Psychotherapie. Sie repräsentiert heute eine der wichtigen psychotherapeutischen Ansätze innerhalb der humanistischen Psychologie.

Es geht in der Gestalttherapie also – wie auch bei anderen psychotherapeutischen Verfahren – um Unterstützung beim persönlichen Wachstum bzw. bei einer persönlichen Veränderung. Das Besondere der Gestalttherapie im Vergleich zu anderen Psychotherapie-Ansätzen liegt in einigen Aspekten, auf die ich im Weiteren näher eingehen werde. Zuerst möchte ich die zwei wichtigsten Merkmale der Gestalttherapie erläutern, die für mich persönlich auch diejenigen sind, die meine Arbeit so lebendig und spannend machen. Zugleich liegt in genau diesen beiden Aspekten das, was die Gestalttherapie am meisten von anderen Psychotherapieformen unterscheidet. Danach komme ich zu weiteren interessanten theoretischen Hintergründen.


Die Bedeutung der persönlichen Beziehung in der Gestalttherapie

Das wichtigste Merkmal der Gestalttherapie ist die Bedeutung der persönlichen Beziehung zwischen Therapeutin und Klient (ich verwende der besseren Lesbarkeit halber mal die männliche und mal die weibliche Form und meine dabei immer beide). Persönliche Beziehung bedeutet in diesem Zusammenhang, dass sich Therapeut und Klientin mit all ihren persönlichen Regungen, Gefühlen und Gedanken begegnen, die sie zu Menschen machen und die, wenn wir sie einander mitteilen, zu mehr Nähe und Intensität in unserer Beziehung führen. Ohne eine vertrauensvolle therapeutische Beziehung sind persönliche Veränderungsprozesse in der Psychotherapie kaum möglich. Das wird bei den meisten anderen Psychotherapieformen auch so gesehen. In der Gestalttherapie aber nimmt das Beziehungsgeschehen selbst, also das, was zwischen Klient und Therapeutin in ihrer konkreten Begegnung vorgeht, einen zentralen Stellenwert für die therapeutische Arbeit ein. Die Art, wie wir anderen Menschen begegnen und unsere Beziehungen zu ihnen gestalten, ist nämlich grundlegend dafür, wie wir dem Leben begegnen und was wir aus unserem Leben machen.

Zudem spiegelt sich in den zwischenmenschlichen Vorgängen häufig etwas von den Problemen wider, aufgrund derer jemand psychotherapeutische Unterstützung sucht. Denn unsere psychischen Probleme haben meistens etwas mit unseren Beziehungserfahrungen zu tun bzw. mit der Art und Weise, wie wir unsere Beziehungen gestalten. Das gilt auch umgekehrt: keine anderen Erfahrungen vermögen unser persönliches Wachstum so anzuregen wie die, die wir in der Begegnung mit anderen Menschen machen. Deshalb hat der persönliche Kontakt bzw. die persönliche Beziehung zwischen Therapeut und Klientin in der Gestalttherapie eine ganz zentrale Bedeutung.


Die dialogische Grundhaltung in der Gestalttherapie

Gestalttherapeuten sehen sich ihren Klientinnen gegenüber nicht als Experten, die deren Verhalten und Gedanken interpretieren und damit die Deutungsmacht für sich beanspruchen. Sie unterstützen ihre Klienten vielmehr dabei, die für sie richtigen Bedeutungen selber herauszufinden. Sie präsentieren ihren Klientinnen auch kein Programm zur Problemlösung, denn das würde der Komplexität und Einzigartigkeit unseres menschlichen Daseins nicht gerecht werden. Sie regen ihre Klienten stattdessen an, in ihrem Alltag etwas auszuprobieren – z.B. neue Verhaltensweisen, mit denen sie bewusst experimentieren können.

Vor allem aber begegnen Gestalttherapeuten ihren Klientinnen als persönliches Gegenüber und nehmen alle menschlichen Empfindungen, Regungen und Impulse als Teile der Interaktion mit ihnen ernst: Und zwar sowohl die der Klienten, als auch ihre eigenen. Das macht die therapeutische Beziehung in der Gestalttherapie zu einer persönlichen.

Das ist es, was mich an meiner Arbeit so fasziniert und herausfordert, nicht nur als Therapeut, sondern auch – und vor allem – als Person und als Mensch mit meinen ganz eigenen Eindrücken, Gedanken, Empfindungen und Impulsen. Und das ist es, was jede Begegnung mit meinen Klientinnen zu einer einzigartigen macht, die ich als solche intensiv erlebe.

Die Kunst des Gestalttherapeuten ist es, sensibel für diese zwischenmenschlichen Vorgänge zu sein, sie bewusst wahrzunehmen und sie dem Klienten im passenden Moment und auf eine angemessene Weise mitzuteilen. Dies erfordert vom Therapeuten zum Einen eine gute Selbstwahrnehmung und zum Anderen das nötige Einfühlungsvermögen in den Anderen.


Die Konzentration auf den Prozess in der Gestalttherapie

Das zweite grundlegende Merkmal der Gestalttherapie ist die Konzentration auf den Prozess. Gestalttherapeuten unterscheiden in der Arbeit mit ihren Klientinnen zwischen Inhalts- und Prozessebene. Mit Inhalt ist das gemeint, WAS die gesprochenen Worte und Sätze bedeuten bzw. das, worüber EXPLIZIT gesprochen wird. Die Prozessebene beinhaltet dagegen all das, was an psychischen Vorgängen im jeweiligen Moment in uns abläuft, was also an (Körper-) Empfindungen, Impulsen und emotionalen Bewegungen in uns vorgeht. Der Prozess kommt durch die Art und Weise zum Ausdruck, WIE wir sprechen, mit welchem Tonfall, mit welcher Gestik und Mimik, also durch all das, was IMPLIZIT im Gesagten mitschwingt. Im WIE bildet sich sozusagen ab, was (psychisch) in uns vorgeht.

In erster Linie ist natürlich der Prozess des Klienten gemeint, aber auch der Prozess der Therapeutin spielt eine Rolle, da sich ein persönlicher Kontakt nur entwickelt, wenn beide sich ihres Prozesses bewusst sind und dessen Inhalte dem jeweils Anderen mitteilen.


Bewusst wahrnehmen und erleben in der Gestalttherapie

Gestalttherapeuten richten ihre Aufmerksamkeit in der Therapie vor allem auf das prozessuale Geschehen, denn dieses ist in besonderer Weise für unsere psychischen Probleme und damit auch für die ersehnte persönliche Veränderung relevant. Auf der Prozessebene geschieht nämlich quasi ständig Veränderung. Man könnte fast sagen, dass diese Ebene aus stetiger Veränderung besteht. Deshalb heißt sie ja „Prozess“-Ebene.

Unsere inneren Vorgänge – Gefühle, Empfindungen, Wahrnehmungen – unterliegen einer ständigen,  wenn auch manchmal nur sehr allmählichen, Veränderung und lassen sich nicht festhalten. Aber man kann sie erfahren, indem man seine Aufmerksamkeit auf sie richtet und sie bewusst erlebt. Und so erlebt man auch wie sie sich verändern. In der Gestalttherapie fördern wir die Bewusstheit der Klientinnen von sich selbst, denn das ist die Voraussetzung für jede Veränderung. Wir sind dabei nicht bewertend oder urteilend. Alles was auftaucht, darf sein und wird angenommen.

Probieren Sie es aus:

Sie können das einmal selbst ausprobieren, indem Sie Ihre Aufmerksamkeit für eine Weile auf ein Gefühl (eine Empfindung oder eine Stimmung) richten, die Sie in diesem Moment in sich spüren. Begrüßen Sie, was Sie in sich finden, auch wenn es sich im ersten Moment unangenehm anfühlen sollte. Sie werden bemerken, dass das Gefühl bzw. Ihre Wahrnehmung dieses Gefühls sich mit der Zeit verändert. Vielleicht verändert sich das Gefühl ganz allmählich oder vielleicht nehmen Sie nach einer Weile andere Gefühlsqualitäten wahr als noch zu Anfang. Das ist ihr gegenwärtiger Prozess. Sie haben ihn gerade bewusst erlebt, indem Sie ihm in den Vordergrund ihrer Aufmerksamkeit geholt haben.

Der Prozess findet jenseits von Worten statt und ist reine Erfahrung, die v. a. durch unsere nonverbale Kommunikation zum Ausdruck kommt. Diese Ebene ist uns häufig nicht bewusst. Dennoch liegt in der Art und Weise, wie wir etwas sagen, meist eine wichtige Bedeutung. Deshalb teilen Gestalttherapeuten ihren Klienten immer wieder mit, was sie auf der Prozessebene wahrnehmen und erleben. Sie geben ihnen beispielsweise Rückmeldungen über ihre Körperhaltung, wenn ihnen diese besonders auffällt oder über den speziellen Tonfall, mit dem sie etwas gesagt haben.

Gestalttherapeuten machen also das zum Inhalt des Gesprächs, was sie auf der Prozessebene wahrnehmen und erleben. Und sie interessieren sich für das, was in ihren Klienten vorgeht, während diese etwas von sich mitteilen, und was dabei „zwischen den Zeilen“ mitschwingt – also für deren jeweils gegenwärtigen Prozess. Sie teilen ihren Klienten auch gerne mit, was sie ihrerseits empfinden, während sie ihnen zuhören und sie in ihrer Art erleben. Auf diese Weise entsteht ein persönlicher Kontakt zwischen beiden, der den Veränderungs-Prozess des Klienten anregt.


Gestalttherapie: Ich und Du hier und jetzt

So hat Fritz Perls die beiden wichtigsten Grundprinzipien der Gestalttherapie einfach auf den Punkt gebracht. Die beiden beschriebenen Aspekte – die Bedeutung der persönlichen Beziehung und die Konzentration auf den Prozess – sind eng miteinander verknüpft, denn das Beziehungsgeschehen manifestiert sich hauptsächlich auf der Prozessebene. Und umgekehrt sagt die Prozessebene viel über die Beziehung zu dem jeweiligen Gegenüber aus. Die Qualität unseres Miteinanders drückt sich vor allem durch die Art und Weise unserer Mitteilungen aus, beeinflusst diese und umgekehrt.

Durch die Konzentration auf den Prozess – entwickelt sich ein Dialog auf einer persönlichen Ebene. In einer solchen Begegnung vermag sich unser Erleben zu intensivieren und zu verdichten. Das Teilen der eigenen Erfahrungen und Gefühle schafft zwischenmenschliche Nähe und Vertrauen, die wiederum ein intensiveres Erleben dieser Gefühle ermöglichen. Dieser wechselseitige Prozess fördert die psychische Verdichtung im Erleben des Klienten. Diese Verdichtung, die der Psychotherapieforscher Klaus Grawe „prozessuale Aktivierung“ nennt, ist der Nährboden für wirksame und ganzheitliche Veränderung in der Psychotherapie.


Warum heißt die Gestalttherapie „Gestalt“ – Therapie?

Das theoretische Fundament der Gestalttherapie liegt zu einem großen Teil in der Gestaltpsychologie. Dem natürlichen Prinzip der Selbstregulation durch Gestaltbildung folgen wir in der gestalttherapeutischen Arbeit, denn es gilt genauso für persönliche Veränderungsbedürfnisse. Wir orientieren uns an dem, was im jeweiligen Moment der therapeutischen Situation in den Vordergrund unserer Wahrnehmung und unseres Erlebens kommt, was also in unserer Wahrnehmung und in unserem Erleben vor dem Hintergrund des jeweiligen Veränderungsthemas Gestalt annimmt. Lesen Sie mehr zu Gestaltpsychologie in meinem Psychotherapie-Glossar.

Die wichtigste Methode, mit der Gestalttherapeuten das tun, ist die Förderung von Bewusstheit für diese Vorgänge. Sie unterstützen mit dieser Herangehensweise gleichzeitig die natürlichen Gestaltbildungsprozesse ihrer Klienten und damit ihre Fähigkeit, sich selbst zu regulieren, indem sie die eigenen Bedürfnisse wahrnehmen und durch deren Befriedigung ihr inneres Gleichgewicht immer wieder herstellen. Deshalb könnte man die gestalttherapeutische Arbeit auch als psychotherapeutische Hilfe zur Selbsthilfe bezeichnen.

Vor allem aber unterstützen Gestalttherapeuten ihre Klienten auf diese Weise dabei, ihre Konflikte zu überwinden – oder genauer gesagt, sie zu durchleben, indem sie sich mit ihrer Bewusstheit ganz in diesen hinein begeben, ihn vollständig annehmen und erleben. Genau dadurch kann sich nämlich die innere Dynamik verändern. Der Konflikt, in dem wir sind, bleibt nicht in seiner blockierenden Form stehen, sondern kann sich weiter entwickeln und schließlich lösen.

Sie können sich einen ausführlichen Text über Gestalttherapie hier als PDF-Datei herunterladen: Was ist Gestalttherapie?


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