Musiktherapie (Einzeltherapie)

Warum Musiktherapie?

Kennen Sie diese Erfahrung: Manchmal reichen Worte nicht aus, um etwas auszudrücken, was Sie gerade fühlen – dabei haben Sie das Bedürfnis, Ihr Erleben mit jemandem zu teilen? Vielleicht haben Sie auch schon einmal eine Gesprächstherapie gemacht und mussten feststellen, dass Sie ab einem bestimmten Punkt mit Reden allein nicht weiter gekommen sind.

Sie möchten tiefer einsteigen und mehr ins Erleben kommen, statt nur über sich und Ihre Probleme nachzudenken, damit die Therapie nachhaltig wird?

Dann könnte Musiktherapie die geeignete Unterstützung für Sie sein.


Musiktherapie heißt, im Kontakt zu erleben

In der Musiktherapie kommen wir durch das Spielen mit den Instrumente und der Stimme weg vom Nur-Denken hin zum Erleben. Die Töne, Klänge, Melodien und Rhythmen, die dabei mehr intuitiv als beabsichtigt entstehen, drücken etwas von uns aus und wirken zugleich auf uns. Es gibt dabei kein richtig oder falsch, denn jeder Ton drückt aus, was im Moment da ist – und das ist willkommen und darf sein.

Beim gemeinsamen Spielen können wir den Kontakt und die Beziehung zwischen uns anders und deutlicher erleben als wenn wir nur miteinander reden. Wir erreichen tiefere Schichten unseres Selbst, die uns sonst nicht bewusst sind. Darin liegt der Grund für die Wirksamkeit der Musiktherapie.


Wie läuft eine Musiktherapie konkret ab?

Zunächst besprechen wir, worum es bei Ihrem Anliegen geht und was ein konkretes Veränderungsbedürfnis sein könnte. Davon ausgehend kreieren wir gemeinsam eine Spielidee. Hier gibt es viele verschiedene Möglichkeiten:

  • Wir können mit den verschiedensten Instrumenten und mit unserer Stimme frei improvisieren, wenn noch nicht klar ist, worum es in der Stunde gehen soll. So kann das, was im Verborgenen schon da ist, deutlicher werden und ein Thema an Gestalt gewinnen.
  • Wenn Sie Schwierigkeiten haben, die Nähe bzw. Distanz zu anderen Menschen auf für Sie befriedigende Art und Weise zu regulieren, bietet sich die gemeinsame musikalische Improvisation an, um genau das zu erkunden und neue Möglichkeiten zu erforschen.
  • Sie könnten versuchen mit einem Instrument oder Ihrer Stimme auszudrücken, was Sie gerade fühlen, um deutlicher und bewusster werden zu lassen, welche Gefühle, Phantasien und Glaubenssätze im Zusammenhang mit Ihrem Thema in Ihnen aktiv sind.
  • Wir könnten einer Stimmung, die gerade im Raum ist, mit Tönen und Klängen einen Ausdruck geben, so dass wir Sie bewusster erleben und benennen können.
  • Sie könnten ein für Sie schwieriges Gefühl musikalisch ausdrücken, um sich diesem Gefühl kontrolliert zu nähern und mit meiner Unterstützung zu lernen, immer besser damit umzugehen und sich selbst zu regulieren.
  • Wir könnten gemeinsam improvisieren, um bewusster zu erleben, wie Sie den Kontakt zu anderen Menschen – in dem Fall zu mir – gestalten. Dabei können Muster deutlich werden, die wir uns (wohlwollend) anschauen: Sind diese für Sie hilfreich und unterstützend oder eher hinderlich?
  • Sie könnten Ihr Verhaltensmuster, das Sie verändern möchten, einmal in einem musikalischen Rollenspiel darstellen. So wird es erlebbar. Zugleich gewinnen Sie etwas inneren Abstand dazu und lässt Sie vielleicht auch über sich selbst schmunzeln.
  • Anschließend können wir ein weiteres musikalisches Rollenspiel machen, in dem Sie mit neuen Verhaltensweisen experimentieren. So können wir beide unmittelbar erleben, wie es sich anfühlt, wenn Sie sich so verhalten, wie sie es sich wünschen.
  • Weitere Möglichkeiten sind:
    ○ Hören von Musik – z.B. Ihrer Lieblingsmusik – auf Ihre Gefühle dabei achten
    ○ Bewegen oder Tanzen zu Musik
    ○ Gemeinsames Singen von Liedern
    ○ Tief entspannen und sich selbst entdecken mit einer Klangreise
    ○ usw. …


Beispiel einer Musiktherapie

Frau Weiß fühlt sich kraftlos und zieht sich zurück

Frau Weiß ist Mitte dreißig und unzufrieden, weil sie zunehmend Ihre Lebensfreude verliert und sich in vielen ihre Beziehungen unwohl fühlt. Sie nimmt anderen gegenüber meistens die Rolle der geduldigen Zuhörerin ein und versucht zu helfen. Sie fühlt sich irgendwie zu kurz gekommen und in den letzten Monaten zunehmend kraftlos. Sie zieht sich mehr und mehr von anderen Menschen zurück. In einer Therapiestunde besprechen wir zunächst ihre Situation. In einer gemeinsamen Improvisation überlässt sie mir das Anfangen. Im Weiteren spielt sie eher leise, schaut öfter zu mir und versucht anscheinend, ihr Spiel dem meinen anzugleichen. Die Schlussgestaltung überlässt sie wieder mir.

Bedürfnis nach mehr Spontaneität

Wir besprechen anschließend, wie jedeR von uns die Improvisation erlebt hat. Sie fühlte sich etwas unsicher, aber insgesamt ruhig. Auf mich wirkte sie zurückhaltend und freundlich. Beim Spielen spürte ich viel Freiraum für mich, verlor aber mit der Zeit die Lust am Spielen. Ich nahm Frau Weiß mit ihrem Spiel kaum wahr und spürte wenig Kontakt und dadurch wenig Spannung. Sie ist von meiner Rückmeldung zunächst betroffen, kann aber bald ein Muster erkennen, das sie an viele Ihrer Begegnungen mit Freunden erinnert. Es entsteht in ihr das Bedürfnis, im Kontakt mit anderen Menschen mehr bei sich und ihren Bedürfnissen zu bleiben und sich mehr mit ihren spontanen Impulsen zu zeigen.

Ausprobieren in einer Improvisation

In einer anschließenden Improvisation spielt sie lauter, schaut mehr auf ihre eigenen Hände und übernimmt zeitweise die Führung. Unser Zusammenspiel gewinnt an Spannung, ich fühle mich herausgefordert und habe das Gefühl, ein spürbares Gegenüber zu haben, auf das ich mich beziehen kann. Die Akzente, die sie setzt, beantworte ich mit eigenen. So entsteht eine erfrischende Improvisation, die sich wie ein lebendiges Gespräch anhört. Ihre Ausstrahlung hat sich mit dem Spielen verändert: Sie wirkt aufrechter und offener auf mich und in ihren Augen bemerke ich ein Strahlen.

Angst, sich zu zeigen, taucht auf

Im folgenden Gespräch wird Ihr eine Angst bewusst: Wenn sie sich mit ihrer ganzen Lebendigkeit zeigt, befürchtet sie, anderen zu viel zu sein. Diese könnten in irritiert und verärgert über sie sein und sich schließlich von ihr abwenden. Sie erinnert sich an Situationen in ihrer Kindheit, in denen sie häufig gehört hat, sie sei zu laut, zu unruhig und sie störe Andere mit ihrem Verhalten. Sie hatte sich daraufhin zunehmend in ihre eigene innere Welt zurückgezogen und ihre Lebendigkeit nur noch in ihrer Phantasie ausgelebt.

Aus Angst wird Erregung

Sie kann erkennen, dass Ihre Zurückhaltung damals die für sie einzige Möglichkeit war, um sich vor weiteres Abwertungen zu schützen. Und sie sieht, dass sie sich mit diesem Verhaltensmuster heute selbst im Weg steht. Im weiteren Verlauf der Therapie geht es immer wieder um die Angst, anderen zu viel zu sein, wenn sie sich so zeigt, wie sie ist. Sie setzt sich in weiteren Improvisationen und Gesprächen immer wieder damit auseinander. Je offener und direkter sie diese Angst anschaut, desto kleiner wird sie. Dann wandelt sich die Angst und wird mehr und mehr zu einer motivierenden und lebendigen Erregung, die sie nutzen kann, um sich so zu zeigen, wie sie ist: spontan, lebendig und authentisch.


Termin vereinbaren

Wenn Sie Interesse an einer Musiktherapie haben, rufen Sie mich an oder schreiben Sie mir eine E-Mail. Wir können uns in einer Probestunde kennen lernen und gleich praktisch ausprobieren, ob unsere Zusammenarbeit für Sie hilfreich wäre.

Hinweis: Keine Kostenübernahme durch die gesetzlichen Krankenkassen!


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